Sanitätsakademie der Bundeswehr benennt Auditorium Maximum nach Sanitätsfeldwebel Hans Scholl
Im Zuge eines feierlichen Festakts in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste wurde am 27. März 2012 das Auditorium Maximum der Sanitätsakademie der Bundeswehr nach dem Widerstandskämpfer und Sanitätsfeldwebel Hans Scholl benannt. Mit dieser Ehrung bekennt sich der Sanitätsdienst der Bundeswehr, wie es der Kommandeur der Sanitätsakademie, Generalarzt Dr. Stephan Schoeps, ausdrückte, zu Vorbild und Vermächtnis des Widerstandskreises der „Weißen Rose“. Den jungen Soldaten des Sanitätsdienstes soll damit eine freiheitliche Erinnerungskultur und ein sinnstiftendes Traditionsverständnis ermöglicht werden. Bei der Festveranstaltung sprachen auch der Kaufbeurener Theologe und Publizist Jakob Knab und der Münchner Medizinstudent Leutnant (SanOA) Patrick Peschke. Der Festvortrag mit dem Titel „Hans Scholl und die Weiße Rose. Über Sanitätssoldaten im Widerstand“ des kurzfristig verhinderten Amtschefs des Militärgeschichtlichen Forschungsamts, Oberst Dr. Hans-Hubertus Mack, wurde vom Stv. Kommandeur der SanAkBw Flottenarzt Dr. Volker Hartmann verlesen.
Die inhaltliche Vorbereitung der Festveranstaltung beruhte zu großen Teilen auch auf den Ergebnissen des 3. Wehrmedizinhistorischen Symposiums aus dem November 2011, auf dem die zu Grunde liegende Thematik unter verschiedenem Blickwinkel erörtert und diskutiert worden ist.
Das Personal der Wehrgeschichtlichen Lehrsammlung unter Oberstleutnant Rufin Mellentin, Hauptmann d.R. Henrik Koch und Hptm d.R. Alfred Barth war maßgebend an der wirklich herausfordernden Planung und Durchführung der Organisation der Festveranstaltung beteiligt. Im Anschluss wurde zudem die Ausstellung „Aufstand des Gewissens“ des Militärgeschichtlichen Forschungsamts im Foyer des Hörsaalgebäudes eröffnet.
Es ist beabsichtigt, die Vorträge der beiden Veranstaltungen vom 14.11.11 und 27.03.12, die sich mit Hans Scholl und der Weißen Rose befassen, in dem ersten Sonderheft der GGWM zu publizieren.
Privatdozent Dr. Hans-Jörg Mauss übergibt Archivgut aus dem Bestand seines Vaters Oberstarzt Dr. Wilhelm Mauss an Wehrgeschichtliche Lehrsammlung
Über seine gesamte Kriegszeit 1939-45 führte Oberstarzt Dr. Wilhelm Mauss täglich minutiös Tagebuch, schoss tausende von Bildern seines Erlebens auf den Kriegsschauplätzen und sammelte zahlreiche weitere Originaldokumente. So ist ein einzigartiges Zeitdokument des ehemaligen Adjutanten des Heeres-Sanitätsinspekteurs der Reichswehr und Wehrmacht, Generaloberstabsarzt Dr. Anton Waldmann, und späteren Divisions-, Korps- und Armeearztes auf fast allen europäischen Kriegsschauplätzen entstanden.
Sein Sohn, der Hamburger Gynäkologe Privatdozent Dr. Hans-Jörg Mauss, hat mehrfach über den bedeutsamen Nachlass seines Vaters publiziert und entscheidend dazu beigetragen, diese für Verständnis und Erforschung des Sanitätsdienstes im Zweiten Weltkrieg wichtigen Dokumente bewahrt und zugänglich gemacht zu haben.
Im Rahmen eines Besuchs bei der SanAkBw am 13./14. April 2012 übertrug Privatdozent Dr. Mauss wichtige Teile des schriftlichen Nachlasses an die Wehrgeschichtliche Lehrsammlung. Neben Kopien der Tagebücher handelt es sich hier vor allem um zahlreiche persönliche Dokumente als Divisionsarzt aus der Schlacht um Monte Cassino 1943/44, wie Fotos, Negative, Zeitungsausschnitte und schriftliche Aufzeichnungen. Außerdem befindet sich im Fundus ein unveröffentlichtes Konvolut zur Entstehung der deutschen Heereslazarette in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Hier ist Dr. Wilhelm Mauss als Oberstabsarzt gestaltend tätig gewesen. Im Rahmen des Besuchs der hiesigen Sammlungen konnte Privatdozent Dr. Hans-Jörg Mauss seinen Vater auf einem Bild in der Wehrpathologischen Lehrsammlung, das an den Pathologen der Militärärztlichen Akademie Oberfeldarzt Dr. Paul Schürmann erinnert und auf dem mehrere Personen abgelichtet sind, identifizieren.
Auszug aus: http://ggwm.de/8.html


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