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Ak DS zeigt Flagge – “Wir müssen das ruinöse Unternehmen beenden”

Veteranen zum Irak und Afghanistankrieg

Hearing Winter Soldier am 14. März in Freiburg

Programm und Biographien der SprecherInnen über www.fffr.de/wintersoldier oder www.Connection-eV.de/z.php?ID=634

“Zu lange hat die US-Regierung alles getan, um die Realität über die eigene Kriegspolitik zu verschweigen”, erklärte heute der US-Deserteur André Shepherd. “Während die Bevölkerung mit einer verschleierten Sicht der Ereignisse abgespeist wurde, wollen wir zeigen, was tatsächlich passiert. Wir müssen das ruinöse Unternehmen beenden.”

Chris Arendt, Zack Baddorf, Chris Capps-Schubert, Dave Cortelyou, Eddie Falcon, Lee Kamara, Christian Neumann, André Shepherd und Martin Webster, Veteranen und Soldaten der Kriege in Irak und Afghanistan, werden am kommenden Samstag in Freiburg über ihre Erfahrungen berichten. Sie kommen aus den USA, aus Großbritannien und Deutschland. Ergänzt wird dies durch einen Beitrag von Rose Kazma, die seit Jahren mit traumatisierten Soldaten arbeitet.

Heute veröffentlichte die europäische Sektion der Iraq Veterans Against the War, die zu dem Hearing einlädt, das Programm. Die Gruppe ergänzte dies durch biographische Angaben aller Sprecher.

Das Hearing knüpft unter dem Titel Winter Soldier an eine Anhörung während des Vietnamkrieges und ein im letzten Jahr in Washington DC durchgeführtes Hearing an. Sie wurden aufgrund der Authentizität der Berichte und Erfahrungen zu einem wichtigen Mittel der Antikriegsaktivitäten.

Unterstützt wird das Hearing von Connection e.V., dem RüstungsInformationsBüro (RIB), dem Freiburger Friedensforum, der Freiburger Friedenswoche e.V., DFG-VK Bundesverband und OG Freiburg, dem Munich American Peace Committee, American Voices Abroad Berlin, Carl-Schurz-Haus Freiburg/Deutsch-Amerikanisches Institut e.V., Tübingen Progressive Americans, Die Linke LV Baden-Württemberg sowie den Freiburger Gruppen von attac, VVN/BdA und IPPNW.

“Obwohl alle Welt von dem geplanten Rückzug aus dem Irak spricht, sind heute immer noch 150.000 US-Soldaten dort”, machte der ehemalige Journalist der US-Navy Zack Baddorf heute deutlich. “Wir sprechen für sie, über die Realität, die sie Tag für Tag erleben.”

Das Hearing wird stattfinden am 14. März 2009, 10 bis 19 Uhr im Café Velo, Wentzinger Str. 15 in Freiburg (Stadtbahnbrücke / HBF Freiburg).

20090314 Freiburg Gruppenfoto

Mehr Informationen und Internetlinks in den Kommentaren –>

7 Kommentare zu Ak DS zeigt Flagge – “Wir müssen das ruinöse Unternehmen beenden”

  • Presse zum Winter Soldier Hearing

    WDR5 “Politikum” (Audio 19.03.2009)

    Stoppt das Sterben! Irak- und Afghanistanveteranen erzählen vom Kriegsalltag

    Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit, erklärte vor knapp 90 Jahren der amerikanische Senator Hiram Johnson. Dass sich daran bis heute nichts geändert hat, mussten vor allem die Soldaten erfahren, die von ihren Regierungen in den Irak oder nach Afghanistan geschickt wurden. Bei den geplanten “Befreiungsaktionen” starben bislang Hunderttausende – eine Erfahrung, die bei vielen Armeeangehörigen tiefe seelische Wunden hinterlassen hat, gleichzeitig aber auch innerhalb der Streitkräfte Widerstand gegen die Einsätze hervorruft. Thomas Moser hat sich mit Veteranen verschiedener Nationen über ihre Erfahrungen unterhalten.

    Angriffskrieg der USA im Irak vor sechs Jahren – Sanktionen bleiben aus

    Vor sechs Jahren, am 20. März 2003, haben die USA den Krieg im Irak begonnen. Die UNO hatte dafür keine Ermächtigung erteilt. Damit war der Krieg völkerrechtswidrig und ein Angriffskrieg, sagt Thomas Bruha, Professor für Völkerrecht in Hamburg. Weil “Angriffskrieg” bis heute nicht genau und brauchbar definiert ist, schreitet der Internationale Strafgerichtshof nicht gegen die USA und ihre Verbündeten ein. Mittlerweile hat die UNO zudem nachträglich nicht nur den Irak als eigenständigen Staat anerkannt, sondern die noch andauernde Präsenz der Kriegführenden im Irak gebilligt.

    Free Speech Radio News: “Winter Soldier Europe brings vets together to discuss PTSD and more” (Audio 17.03.2009)

    Truthout: “Winter Soldiers Speak Out in Europe”

    Junge Welt: “Irak-Veteranen in Freiburg: Vom Krieg die Schnauze voll”

    Tageszeitung: “Falludscha hat mir die Augen geöffnet”- André L. Shepherd

    Badische Zeitung: “Die Öffentlichkeit aufrütteln” – Eddie Falcon

    FFFR: Sammlung weiterer Pressestimmen

    BBC: “Asylum dilemma for US deserter” Die BBC blickt aus einem anderen Winkel auf die Deserteure als die anderen Medien.

  • Als am Samstag, 14.03.2009 in dem zentral gelegenen Cafe Velo in Freiburg acht Veteranen und Soldaten der Kriege in Irak und Afghanistan über ihre Erfahrungen Auskunft gaben, war ihnen das Interesse einiger offizieller und sehr vieler Pressevertreter kleiner linker Medien gewiß. Schließlich handelte es sich um das erste europäische »Winter Soldier Hearing«, zu dem viele friedens- und antimilitaristische Gruppen aufgerufen hatten, wie das Freiburger Friedensforum, das Rüstungs-Informations-Büro und Connection e.V., die international mit Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren arbeiten. Eingeladen zu dem Hearing hatte die europäische Sektion der Iraq Veterans Against the War (IVAW), einer Vereinigung, der auch die meisten Anwesenden angehörten. Die Tradition der »Winter Soldier Investigation« führt zurück in das Jahr 1971, in dem die »Vietnam-Veteranen gegen den Krieg« die Kriegsverbrechen der eigenen Regierung anklagten.

    Chris Arendt, Zack Baddorf, Chris Capps-Schubert, Dave Cortelyou, Eddie Falcon, Lee Kamara, André Shepherd und Martin Webster waren nun die aktuellen Ankläger, und sie hatten nicht einfach nur eine Story zu erzählen, sondern sie offenbarten sich. Sie sind zusammengekommen, so betonten sie immer wieder, um Zeugnis abzulegen. Der zivilreligiöse Beiklang von Zeugnis und Offenbarung soll nicht darüber hinwegtäuschen, daß ihre Berichte von Kriegseinsätzen in Afghanistan und Irak, ihre Schilderungen des Soldatenlebens in Guantánamo in einem niederschmetternden Realismus gehalten und gleichzeitig Dokumente rascher Lern- und Läuterungsprozesse waren. Die Sprache der ehemaligen Soldaten ist weitgehend entideologisiert. Alle gingen als Gläubige in die US Army, so meinten sie, daß Freiheit, Sicherheit, das Vaterland und die gesamte Menschheit gerettet werden, um schließlich zu erkennen, daß sie für eine Lügenregierung und die Interessen der Reichen als Besatzungsarmee fungieren. Vom Guten, das ihrer eigentlichen Mission anhaften würde und von dem sie ursprünglich überzeugt waren, haben sie reichlich die Schnauze voll, denn ihr ganzer Einsatz hat sich in eine Tortur verwandelt. Chris Arendt beispielsweise, ein tätowierter eloquenter Redner, wollte sich in der Army das Geld fürs College verdienen. Das führte ihn direkt nach Guantánamo. Ausführlich schilderte er, wie er selbst aus Naivität, Angst und Unwissenheit die rassistische Entmenschlichung als Wärter mit vollzog und damit Teil des barbarischen Guantánamo-Systems wurde. Den verzweifelten Bitten eines Häftlings nach Klopapier konnte er schlicht nicht nachkommen, so weit hatte er internalisiert, daß sein Gegenüber ein gefährliches Wesen sei. Der ehemalige US-GI André Shepherd zeichnete nach, wie er in einer Zeit von Obdachlosigkeit und Perspektivlosigkeit für die Armee rekrutiert wurde. Naiv glaubte er an die Versprechung, auch er könne die Welt retten. Als Hubschraubermechaniker fand er schnell heraus, daß man in der Armee jede Individualität aufzugeben habe und nur noch gehorchen müsse. Dazu trat noch die feindselige Reaktion der Bevölkerung, die ihn wissen ließ: Du bist hier unerwünscht. Schließlich sah er, daß der ganze »War on Terror« ein Krieg war, der mit Freiheit, Sicherheit in die Welt tragen und ähnlichem nichts zu tun habe, sondern einer imperialistischen Logik folge. 2004/2005 fiel er in eine tiefe Depression, wollte die Armee verlassen. Im April 2007 desertierte er. Höchststrafe bei Fahnenflucht kann sogar die Todesstrafe sein. Ende November 2008 beantragte der junge Exsoldat, der unlängst den Preis »Frieden aus Überzeugung« 2009 erhalten hatte, als erster Irak-Kriegsveteran der US-Army in Deutschland Asyl.

    Shepherd ist nicht der einzige, der anfangs in einen vermeintlich gerechten Krieg zog, um mit erheblichen psychischen Schäden aus ihm herauszukommen. Morgens sprach die Psychologin Rose Kazma, die seit Jahren mit traumatisierten Soldaten arbeitet, über die sogenannte posttraumatische Belastungsstörung, der man in früheren Zeiten lediglich andere Namen gegeben habe. Shell­shock hieß es im Ersten Weltkrieg, das Vietnamsyndrom wurde ab den 70er Jahren sprichwörtlich. Ein Fünftel der Afghanistan-Soldaten zeigen bereits deutlich die Symptome von Angst, anhaltenden Ohnmachtsgefühlen, Depressionen und haben Suizidgedanken. Allerdings wollen die Referenten der IVAW bei dieser bitteren Bilanz nicht stehenbleiben, sie weigern sich, sich primär als Opfer zu sehen. Einige machen Kunst, Musik, geben Zeitschriften heraus. Und da ist noch der 61jährige schwarze Vietnam-Kriegsveteran und Filmemacher Darnell Stephan Summers mit seinen grau-schwarzen Dreadlocks: ihm merkt man die Politisierung in den Sechzigern an, er geht zuweilen über das Zeugnisablegen hinaus. Zum NATO-Treffen in Strasbourg befragt, sagt er: »Die NATO war schon immer ein Club von Gangstern und ist immer noch ein Club von Gangstern.« Und er schiebt vorsichtig nach, das sage er als Privatmann, nicht als Altvorderster der IVAW. Doch seine sehr viel jüngeren Mitaktivisten hatten bereits zustimmend genickt.

  • Voices of War

    sind eine Jam Rock Band im weitesten Sinne.

    Sie besteht aus zwei ehemaligen britischen Soldaten, die u.a. im Irak-Krieg 2003 kämpfen

    mussten. Sänger Lee Kamara und Martin Webster an den Instrumenten haben nie Musikunterricht

    genommen. Ihre Texte richten sich an Soldaten der NATO, die zu völkerrechtswidrigen

    Kampfhandlungen gezwungen werden, über ihr Tun und die Konsequenzen nachzudenken.

    Martin schreibt die Texte und Lee ist zuständig für die Kompositionen.

    Für beide unter PTBS leidende Ex-Militärs ist die Musik der Mittelpunkt ihrer Lebensfreude.

    Sie verarbeiten Ihre Sorgen und seelischen Schmerzen durch ihre Musik. Die Voices of War

    wollen das Militär nicht abschaffen aber sehr wohl die unmenschlichen und unfairen

    agressiven teils durch Rassismus motivierten Kampfhandlungen überall auf der Welt und

    aktuell im Besonderen in Irak und Afghanistan beenden!!

    Dem Zuhörer werden die emotionalen Momente deutlich werden.

    Die Musik transportiert die beabsichtigte Botschaft.

    http://www.voicesofwar.co.uk/

    Die Songs werden im Internet unter o.g. Adresse angeboten für 0,76 britische Pfund. Jeweils

    0,50 britische Pfund gehen davon zugunsten einer Versehrtenorganistion “British Legion and Combat Stress” ab.

    Bitte unterstützt Voices of War, indem Ihr sie weiterempfiehlt, ihre Songs kauft oder sie

    zu einem Konzert bucht.

    Besonders empfehlenswert sind die Titel “One Chance” and “Oh God” mit Ohrwurmpotenzial.

    gez.

    Christian Neumann

  • Spotlight: Iraq Veterans Against the War

    It’s the sixth anniversary of the war in Iraq and today’s pick is a video that shows members of Iraq Veterans Against the War (IVAW) reenacting the war on the streets of New York City to “bring the truth of the occupation of Iraq” home.
    IVAW was formed in 2004 “to give a voice to the large number of active duty service people and veterans who are against this war” and to call for the “immediate withdrawal of all occupying forces in Iraq.” IVAW’s urban interventions have happened in several U.S. cities and been viewed thousands of times on the videos that have circulated online.
    Today, IVAW, Military Families Speak Out, and Veterans for Peace released an open letter to the Peace/Anti-War Movement calling for the U.S. government to bring the troops home immediately and “ensure that veterans receive the care they need and that the U.S. provides resources to rebuild a country we destroyed.” Learn more and take action with IVAW.

    Resource: HUB Witness

    IVAW Action in Manhattan HD-Video

  • Der vollständige Abzug der US-Truppen aus dem Irak ist bis Ende 2011 angekündigt.
    Wir bleiben am Ball und prognostizieren befürchtend, dass dieser Termin weit in die Zukunft verschoben werden wird.
    Zum gegenwärtigen Zeitpunkt war zu erfahren, dass die deutsche Fregatte HESSEN ab 2010 beim Abzug der US-Truppen aus dem Irak (Verlegung nach Afghanistan) unterstützen soll. Wie muss die Unterstützung durch die Deutsche Marine gewertet werden?

  • Gustav Lehmann

    Das US-Militär muss den Irak so gut wie vollständig verlassen. Der amtierende irakische Außenminister verlängert das Sicherheitsabkommen nicht. Es läuft Ende 2011 aus. Über das Bleiben von Ausbildern und ‘Sicherheitsexperten’ wird noch verhandelt.

    Laut dem Sicherheitsabkommen dürfen die US-Truppen ab 01.09.2011 keine Operationen mehr durchführen und müssen bis Ende Dezember 2011 abziehen.

    Außerdem ließ der ehemalige BND-Chef August Hanning in der Welt am Sonntag vom 28.08.2011 mitteilen, dass die USA den deutschen Bundesnachrichtendienst BND »im Jahre 2003 missbraucht haben, um den Irak-Krieg zu eröffnen«. Danach soll die amerikanische Regierung unbestätigte Informationen des BND über irakische Biowaffenlabore als gesichert ausgegeben haben, um den Militärschlag gegen Saddam Hussein zu rechtfertigen.

    Damit wies Hanning die Darstellung der Vereinigten Staaten zurück, Deutschland trage eine Mitschuld am Irak-Krieg. Die Verantwortung dafür »müssten die Amerikaner schon selbst übernehmen«, so Hanning. Sie hätten diesen Krieg bereits im September 2001 geplant. Schon zwei Wochen nach dem 11. September sei ein Brief von der CIA eingetroffen, in dem um Übermittlung aller Erkenntnisse über den Irak gebeten worden sei. Mehrfach seien die USA vom BND auch schriftlich darauf hingewiesen worden, dass die Angaben noch nicht gesichert gewesen seien. Trotzdem hatte Außenminister Powell sich 2003 genau darauf berufen, um den Einmarsch im Irak zu rechtfertigen.

    Der entsprechende Informant des BND hat inzwischen zugegeben, falsche Informationen geliefert zu haben. Er habe damit den Druck auf Saddam Hussein erhöhen, aber nicht einen Krieg auslösen wollen. Im Irakkrieg waren nach Schätzungen Hunderttausende Menschen umgekommen.

    Quelle: Welt am Sonntag

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