Afghanistan – umstrittenes Ehegesetz
Heute, 15.4.2009 demonstrierten in KABUL Bürger für und gegen das Gesetz.
Die Befürworter waren in der Überzahl.
Das Ehegesetz soll z.B. auch die Häufigkeit der Beischlafverpflichtung regeln und steht unter internationaler Kritik, weil es die Frauen durch die Brille der demokratisierten Welt in ihren Rechten massiv einschränken würde.
Präsident Karsai lässt aufgrund des internationalen Drucks dem Gesetzesentwurf eine weitere Prüfschleife drehen.
Das Thema wirkt sich gewichtig auf die Diskussion der Befriedung Afghanistans aus, im Hinblick darauf, dass ISAF zum Ziel hat, den afghanischen Offiziellen (z.B. ANA, ANP, Regierungen?) dabei zu helfen, die Sicherheit in ihrem Land selbst aufrecht erhalten zu können, muss die internationale Staatengemeinschaft bedenken, dass nach einem utopischen Erreichen des Zieles, die ISAF Mission beendet wäre und das Volk (Mehrheit siehe oben) so ein aus christlicher Sicht umstrittenes Gesetz “mehrheitlich – demokratisch” unterstützen/akzeptieren würde.
Das Beispiel macht somit deutlich, wie absurd die Vorstellung von einer Befriedung Afghanistans nach dem Maßstab des Abendlandes sein kann. Denn es bedarf zur Zielerreichung eines massiven Eingriffs in die Kultur und somit auch in die Religion(en) der dort lebenden Bevölkerung, die das mit sich, wie die Geschichte bewiesen hat, nicht werden machen lassen.
