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AWACS über Afghanistan

AWACS operieren bereits seit dem die NATO in AFPAK mit mischt. Dazu starten und landen die Maschinen vom türkischen Stützpunkt Konya aus.
Anscheinend seither nur mit Besatzungen, die NICHT-Deutsch waren. Jetzt wurde öffentlich, dass der Deutsche Bundestag noch im Juli 2009 beschließen wird, dass 300 deutsche Soldaten mit einem eigenen Mandat, außerhalb ISAF, auf AWCAS über Afghanistan zum Einsatz kommen sollen. Das Handelsblatt spricht im Artikel “Bald Deutsche bei AWACS-Einsatz in Afghanistan” vom 17.06.2009 von Aufklärungsflugzeugen. Dieser Begriff verharmlost die Fähigkeiten dieser Gefechtsstände bei weitem.

Die Sache stinkt zum Himmel. Die NATO verfügt über 32 Maschinen diesen Typs. Ein AWACS ist ein fliegender Gefechtsstand, der 72 Stunden ununterbrochen in der Luft bleiben kann und Luft-, als auch Bodentruppen koordiniert. Aus AWACS Maschinen werden die finalen Befehle an die fliegenden Geschwader (Jäger, Bomber, Hubschrauber usw.) als auch direkt oder indirekt an Bodentruppen (Artillerie, Drohneneinheiten usw.) erteilt.

Im Klartext, mit AWACS wird über Leben & Zerstörung entschieden und kein Wiederaufbau in der kriegsgebeutelten Region Mittlerer Osten erwirkt. Im Übrigen fliegt kein AWACS ohne deutsches Personal. Wie kann es dann sein, dass erst heute der Bundestag darüber zu entscheiden hat. Soll hier vielleicht im Nachhinein etwas mit einer Legitimation gerade gerückt werden?

Es wird geleugnet und gemauert bei diesem Thema. Lassen sich die Abgeordneten im Deutschen Bundestag mehrheitlich tatsächlich mit der Begründung, die AWACS würden zur Regelung des immer dichter werdenden Luftverkehrs gebraucht und nicht zur Erfassung militärischer oder gar weicher Ziele eingesetzt, abspeisen? Die Qualität des Krieges im Mittleren Osten betritt eine beängstigende Stufe. In Zeiten wie diesen, wo die Schuldenbremse 2020 im gleichen Kabinett beschlossen wurde, werden dafür jährlich erneut über 100 Mio. Euro ausgegeben. Das Ganze ist unglaublich.

Seit März 2007 fliegen deutsche, offiziell entwaffnete “zahnlose Tiger” Tornado Kampfjets (mit Recce) in Afghanistan und machen Aufnahmen mit Kameras. Mal abgesehen davon, dass diese Daten erst mit einer enormen Zeitverzögerung den Auftraggebern (ISAF und unmöglich zu verhindern rechtswidrig auch OEF) zur Verfügung gestellt werden können, wird ab 2011 in AFPAK die umstrittene Ära des Tornados ein wohl jähes Ende finden, denn Deutschland fährt neue Geschütze auf. Die Bundesregierung hat 5 Eurohawk Drohnen bestellt, die von Jagel bei Rostock aus ab 2011 zeitversetzt starten werden, bis nach AFPAK fliegen, dort 24 Stunden in 10000 Meter Höhe operieren und Echtzeitaufnahmen zur Verfügung stellen. Es wird permanent mindestens ein Eurohawk über AFPAK kreisen. Ein Eurohawk hat eine Spannweite von 35 Meter und eine Rumpflänge eines A320. Das Gerät fliegt unbemannt, vollgetankt mit Kerosin bis Unterkante Oberlippe und der speziellen technischen Ausstattung, deren wahres Leistungsvermögen natürlich geheim gehalten wird. Der Eurohawk passt auch aus energiepolitischer Sicht ganz und gar nicht zu den Klimaschutzvorhaben, weil die Rüstungsindustrie auch spezielle Zeppeline mit vergleichbarer Sensorik anbietet. Wer glaubt, dass die Tornados deswegen zurück geholt werden, freut sich zu früh.

Der militärische Irrweg wird leider, selbst mit einer angeblich neuen Strategie in dieser Region, weiter gehen.

2 Kommentare zu AWACS über Afghanistan

  • Birgit

    Unglaublich, wie der Bürger in diesem Land belogen wird, ja sogar der Bundestag wird verdummt. Der Steuerzahler soll aber alles bezahlen.
    Das Geld wird in die falschen Projekte investiert und die Armut und der Schuldenberg in unserem Land nehmen zu. Wieviele Menschen im In-und Ausland will man noch ins Unglück stürzen? Wann wird man endlich anfangen Gutes zu tun und dafür Geld auszugeben!
    Wir sollten die Herzen der Afghanen gewinnen. Ihnen aus der Not helfen. Sie wollen auch nur leben. Alle Menschen wollen gut leben.
    Dafür sollten wir kämpfen mit guten Taten der Gerechtigkeit. Gerechtigkeit schafft Frieden. Unrecht schafft Unruhe.

  • Toni Keller

    Jetzt ist es soweit, die sechs bislang in Afghanistan eingesetzten Tornado-Kampfjets sind nach gut dreieinhalb Jahren wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) begrüßte die Besatzungen der Kampfflugzeuge gemeinsam mit Luftwaffeninspektor Aarne Kreuzinger-Janik am Dienstag, 30.11.2010, bei der Landung auf ihrer Heimatbasis im schleswig-holsteinischen Jagel. Die Tornados waren in Afghanistan zur Luftaufklärung genutzt worden.
    Den Auftrag nehmen ab sofort unbemannte Flugobjekte, sog. Drohnen, wahr. Diese können sogar Bomben tragen. Es wird keine Fähigkeit aufgegeben, wie es von Seiten der Militärs häufig dargestellt wird. Stattdessen geht der Krieg in eine neue Runde, denn jetzt hat auch Russland genehmigt, die NATO darf schwer gepanzerte Fahrzeuge über russisches Staatsgebiet nach Afghanistan verlegen.
    Zu dem verzeichnet die russische Rüstungsindustrie bei ihren Waffenexporten im laufenden Jahr einen Milliardenrekord. Die Waffenlieferungen in alle Welt erreichten “im Jahr 2010 insgesamt ein Volumen von 8,5 Milliarden Dollar” (rund 6,2 Milliarden Euro), erklärte Sergej Tschemesow, Chef des Staatskonzerns Rostechnologii, zu dem auch das nationale Waffenexportunternehmen Rosoboronexport gehört, am Freitag, 19.11.2010, in Moskau. Auf mittlere Sicht seien bei Rosoboronexport Bestellungen im Wert von 37 Milliarden Dollar (etwa 27 Milliarden Euro) vorgemerkt, fügte er hinzu.

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