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Pistolen auf dem Schwarzmarkt

Hunderte Pistolen aus Bundeswehr-Beständen werden auf Schwarzmärkten in Afghanistan und Pakistan gehandelt.

Wie der Nachrichtensender NDRInfo am Sonntag, 11.10.2009 vorab berichtete, sind darunter Waffen aus einer Lieferung des Bundesverteidigungsministeriums, das die afghanische Polizei und Armee mit 10 000 Pistolen ausstattete. Weder die Bundesregierung noch eine zuständige US-geführte Sicherheitseinheit in Afghanistan hätten den Verbleib der Pistolen verfolgt. Waffenhändler in der Region hätten NDRInfo gesagt, es seien hunderte deutscher Pistolen im Angebot. Bündnis 90/Die Grünen und die Gewerkschaft der Polizei forderten eine Untersuchung des Vorfalls.

Zu den Waffen teilte das Bundesverteidigungsministerium NDRInfo auf Anfrage mit, es habe den Altbestand von 10 000 ausgemusterten Walther-P1-Pistolen im Januar 2006 «zur Ausrüstung der im Aufbau befindlichen Sicherheitskräfte» an das afghanische Innenministerium übergeben. Das afghanische Ministerium habe die Waffen dann an Polizei und Armee verteilt. Über den weiteren Verbleib sei dem Bundesministerium nichts bekannt. Die zuständige US-geführte Sicherheitseinheit kann nach Angaben des Senders den Verbleib von weniger als der Hälfte der Waffen nachvollziehen.

NDRInfo meldete, die deutschen Pistolen würden in Afghanistan und Pakistan nach Angaben von Waffenhändlern als Prestigeobjekte gelten und zu Preisen von teilweise mehr als 1000 Dollar gehandelt. So sei in Kabul eine fast 50 Jahre alte, aber nahezu unbenutzte Bundeswehrwaffe für 1600 Dollar angeboten worden. Unter anderem verkauften aktive und ehemalige afghanische Polizisten und Soldaten die Waffen illegal. Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Winfried Nachtwei, warf der damaligen Bundesregierung eine «grob fahrlässige Vorgehensweise» vor. Auch die Gewerkschaft der Polizei kritisierte die Lieferung.

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