Sterben für Afghanistan – Deutschland im Krieg
Sendehinweis: ZDF, Dienstag, 16.03.2010, 21.00 – 21.45 Uhr
Der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan ist derzeit das beherrschende Thema in der Politik. Es geht um die Beteiligung deutscher Soldaten an einem Krieg, der inzwischen länger dauert als der Zweite Weltkrieg und aus dem die Mehrzahl der Deutschen lieber heute als morgen abziehen würde.
Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschärft. Das neue Konzept des Verteidigungsministers, nach dem Bundeswehrausbilder gemeinsam mit der afghanischen Armee kämpfen sollen, macht den Einsatz noch gefährlicher, als er ohnehin schon ist. Bislang wurden 36 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet. Ein schlüssiges Konzept für einen Abzug fehlt.
Die “Frontal 21″-Dokumentation von Stefan Aust und Claus Richter analysiert die Situation der Bundeswehr in Afghanistan zu Beginn des Jahres 2010, begleitet deutsche und amerikanische Soldaten in der Region Kunduz, schildert die Geschichte des Einsatzes und untersucht neue Überlegungen der Bundesregierung über die Zukunft der deutschen Militärpräsenz am Hindukusch. Was als “Stabilisierungseinsatz” für den Aufbau der Demokratie in Afghanistan gedacht war, wächst sich nun zu einer Operation aus, deren Ende nicht abzusehen ist.
Ausführlich beschäftigt sich der Film mit dem Angriff auf zwei Tanklaster in Kunduz im vergangenen September, bei dem mehr als 140 Menschen starben. Der Luftschlag, angeordnet von einem deutschen Offizier, zeigt die Fehler und Versäumnisse der verantwortlichen Militärs und der Politiker in einem Krieg, für den die Armee nicht genügend vorbereitet und teilweise nicht ausreichend ausgerüstet ist.
Der Film rekonstruiert, was wirklich geschah in der Nacht im September 2009.
- Wer führte Regie im deutschen Kommandostand – Bundeswehr-Oberst Klein, das Kommando Spezialkräfte (KSK), deutsche oder andere Geheimdienste?
- Wer sollte wirklich getroffen werden?
- Wurde gezielt Jagd gemacht auf Taliban-Führer?
- Wie verlief die Kommunikation mit den Piloten der US-Kampfjets?
- Welche Rolle spielte die Bundesregierung – und wie und warum wurde später vertuscht, verdrängt und wohl auch gelogen?
Film von Stefan Aust und Claus Richter
Frontal 21-Dokumentation

Der Herr Verteidigungsminister hat mit seinen Personalmassnahmen, zuletzt die Entlassung von Gen. Hars, offenbar gemacht, welcher Art Soldat bzw. Vorgesetzter in der Bundeswehr gewollt ist, nämlich der bedingungslos gehorsame, willfährige, nichtmitdenkende Mensch und archaische Kämpfer, der sich allein der jeweiligen politischen Führung und nicht dem Volk, dem Grundgesetz oder gar dem Völkerrecht verpflichtet fühlt. Dieses ist leider nicht erst seit Afghanistan der Fall, sondern schon lange geübte und recht erfolgreiche Politik. Diese wird mit erheblichen Restriktionen gegen diejenigen, die ein offenes Wort wagen oder auch nur ihre Rechte und ihre rechtsmässigen Pflichten wahrnehmen wollen, durchgesetzt.
Hallo Norbert,
die Entlassung von Hars war so stillschweigend. Hars wurde ein Maulkorb verpasst. Er darf nicht reden, sonst ist die Pension weg.
Siehe auch Kommentar von Jensen Holler zum Fall General Hars unter Artikel “Konsequenzen nach Luftangriff bei Kundus vom 04.09.2009”
Im Übrigen möchte ich dringend empfehlen die Atlantik-Brücke auf Phoenix vom 12.03.2010, falls noch nicht geschehen, in der Nachschau anzusehen. Hier gehts zum Beitrag: [Videostream] oder [Download MP4]