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Nächste NATO-Offensive in Region Kundus

Nach dem Vorbild ihrer Offensive gegen die Taliban im Süden Afghanistans will die NATO laut Bundeswehrgeneral Kasdorf noch in diesem Jahr 2010 auch im deutschen Kommandobereich im Norden massiv gegen die Rebellen vorgehen. “Es wird sicherlich eine Operation geben dort oben in Kundus”, sagte der Chef des ISAF-Stabes im Hauptquartier der Internationalen Schutztruppe in Kabul, Bruno Kasdorf. “Ich will nicht sagen, in dem Ausmaß und in dem Umfang, wie wir das jetzt unten in Helmand sehen. Aber sicher etwas Ähnliches.”

Die Lage in Kundus sei problematisch, sagte Kasdorf der ARD. Nach dem geplanten Einsatz werde sich die Lage aber hoffentlich deutlich verbessern. In der Südprovinz Helmand führen NATO- und afghanische Truppen derzeit eine Großoffensive, um die Rebellen aus der Region zu vertreiben. Der US-Oberkommandierende Stanley McChrystal hatte bereits angekündigt, anschließend gegen die Rebellen in Kandahar vorgehen zu wollen.

Ein Kommentar zu Nächste NATO-Offensive in Region Kundus

  • Heinz Bremer

    Gefechte: In Kundus sind Bundeswehrsoldaten derzeit fast täglich in Kampfhandlungen verwickelt.

    So gab es mehrere Stunden lange Gefechte rund 10km südwestlich des deutschen Feldlagers, bei denen erhebliche Teile der deutschen Infanterie gebunden waren. Zur Unterstützung forderten die Kräfte Kampfjets an, die zur Abschreckung über die umkämpfte Region flogen, ihre Bordwaffen allerdings nicht einsetzten.

    Am 15.03.2010 wurde eine deutsche Patrouille ca. 6km westlich des Lagers mehrfach mit Handwaffen und Panzerabwehrwaffen beschossen. Auch hier dauerten die Schusswechsel mehrere Stunden.

    OEF jetzt der ISAF unterstellt

    Die Sache wurde aus US-Kreisen angeschoben. “Wir brauchen eine einheitliche Anstrengung, ein einheitliches Kommando”, sagte US-Konteradmiral Gregory Smith am 16.03.2010 in Brüssel. US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte die Eingliederung von OEF in die ISAF im Monatswechsel Februar/März 2010 angeordnet. Damit werden zu den bisher ca. 90000 US-Soldaten weitere etwa 21000 aus OEF unter ISAF-Kommando gestellt. Es bleiben ca. 9000 US-Soldaten, vor allem Spezialkräfte, die zur Ergreifung von Aufständischen eingesetzt würden unter OEF-Befehl, sagte Smith weiter. OEF und ISAF unterstehen einem Oberkommandeur, US-General S. McChrystal. Die Maßnahme soll unterhalb der Kommandospitze zur Vermeidung von Doppelarbeit führen. “Die Einheiten auf dem Schlachtfeld dürfen sich nicht im Wege stehen”, sagte Smith.

    Unfall mit HERON-TP(1)

    Die Drohne absolvierte am 17.03.2010 ihren 90-minütigen Erstflug in Afghanistan. Nach der Landung in Mazar-i-Sharif kollidierte HERON beim Zurückrollen zur Abstellposition mit einer stehenden Transall. Eine Person wurde verletzt. An beiden Fluggeräten entstand Sachschaden. Ermittlungen laufen. Fest steht, die beengte Situation auf dem Flugfeld Mazar-i-Sharif zollte ihren Tribut. Es war lediglich eine Frage der Zeit, bis ein derartiger Zwischenfall eintreten würde.

    Schulden erlassen

    Die Gläubigerstaaten des Pariser Clubs haben Afghanistan am 17.03.2010 seine Schulden vollständig erlassen. Es sind Verbindlichkeiten in Höhe von 1026 Milliarden US-Dollar gestrichen worden. Afghanistan will die freiwerdenden Mittel zur Armutsbewältigung und in Wirtschaftspolitik investieren. Der Pariser Club zählt 19 Mitglieder, darunter auch Deutschland, Japan und die USA.

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