Trauerfeier in Selsingen
Erstmals nahm Bundeskanzlerin Merkel an einer Trauerfeier zum Abschied gefallener Soldaten teil. Sie hat sich kurzfristig dazu entschieden. In Selsingen traf sie die Hinterbliebenen und betonte in ihrer Ansprache sinngemäß “Weitermachen! Nie wieder sollen die Taliban an die Macht kommen und Al Qaida wirken können.”
Für Verteidigungsminister zu Guttenberg, der ebenfalls in Selsingen war und sprach, herrscht in Afghanistan Krieg. Trotzdem glaubt er an die Wirksamkeit der Strategie 2010.
Generalinspekteur Wieker begleitete die Mitglieder der Bundesregierung.
Allein die Meldungen der Tage seit dem schwarzen Karfreitag bis heute:
- 06.04.2010 Afghanistan: ISAF meldet Tod von vier Zivilisten durch NATO-Bomben
- 05.04.2010 Karzai droht mit Blockade von NATO-Offensive
- 02.04.2010 Tragischer Irrtum: Deutsche ISAF-Angehörige erschießen afghanische Soldaten
- 30.03.2010 Armut in Afghanistan tödlicher als der bewaffnete Konflikt
zeigen, wie aussichtslos Militäroperationen in Afghanistan sind. Beinahe jede militärische Aktion führt weiter von der Zielvorgabe weg. Mittlerweile setzen die afghanischen Kämpfer SAM (Surface to Air Missiles) ein. Sie schossen einen US-Militärhubschrauber im Südosten Afghanistans ab. Unter den Toten drei US-amerikanische Soldaten und eine Zivilperson, deren Nationalität nicht genannt wird.
Das NATO-Bündnis, dem sich Deutschland seit 11.09.2001 ohne jede Überprüfung der Angemessenheit, blind und tatkräftig verpflichtet fühlt, tritt alles andere als geschlossen auf. Nachrichtendienste der Einzelstaaten bezahlen die Aufständischen dafür, dass sie die jeweils andere Partnernation angreifen. Soetwas hält den Krieg am Laufen.
Die Verschuldung der NATO und der laute Ruf nach neuem, schweren Gerät, insbesondere die steigenden Personalkosten durch Truppenaufstockungen und neue Feldlager wird das Hochtechnologiebündnis weiter in die Knie zwingen. So schlägt z.B. eine Flugstunde Hubschrauber CH53 mit € 26.600 und eine Flugstunde Tornado mit € 41.800 zu buche.
Den afghanischen Kämpfern gingen seit 9 Jahren Waffen und Munition nicht aus und Dank der fleißig exportierenden Rüstungsunternehmen vieler Länder werden ihnen auch zukünftig Mittel zur Verfügung stehen, um gegen die “fremden Ungläubigen” vorzugehen.
Die NATO wird scheitern. Afghanistan leidet jetzt und danach.
