Nur noch Leid
Nach dem 02.04.2010 am 15.04.2010 nahe Kundus erneut vier Bundeswehrsoldaten getötet.
Laut Einsatzführungskommando ging dem ein Raketenangriff voraus.
In Nord-Afghanistan sind schon wieder vier deutsche Soldaten getötet worden, fünf wurden verletzt. Laut Einsatzführungskommando der Bundeswehr waren die Männer auf Patrouille und wurden mit Raketen angegriffen.
Laut ZDF-Reporter Uli Gack waren die deutschen Militärausbilder auf einem Eagle-Transportfahrzeug bei Baghlan unterwegs. Dort leiten sie derzeit zusammen mit der afghanischen Armee eine gemeinsame Aktion gegen die Taliban. Baghlan liegt etwa 70 Kilometer südlich von Kundus.
Nachdem in Berlin gerade erst eine Verstärkung des Afghanistan-Einsatzes beschlossen wurde, müssen sich die deutschen Soldaten vor Ort künftig verstärkt darauf einstellen, dass sie sich einem hohen Anschlagsrisiko aussetzen, meint ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge.
Der Terrorismusexperte des ZDF, Elmar Theveßen, vermutet, dass der Angriff auf die Bundeswehrsoldaten Teil der Taliban-Strategie sind. Er geht davon aus, dass damit erreicht werden soll, “dass die Diskussion in Deutschland so hoch läuft, dass ein Rückzug aus Afghanistan im Bereich des Möglichen erscheint.”
Guttenberg fliegt zu Soldaten zurück
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der in den vergangenen Tagen die deutschen Truppen in Afghanistan besucht hatte, sagte in Termes in Usbekistan: “Ich habe tieftraurig die Nachricht zu geben, dass nach derzeitigem Sachstand in Baghlan in Afghanistan drei oder vier Soldaten ihr Leben gelassen haben und fünf bis sechs Soldaten verwundet wurden.” Es habe sich offenbar um einen besonders tragischen Fall gehandelt. Guttenberg kündigte an, er werde sofort gemeinsam mit Generalinspekteur Volker Wieker nach Afghanistan zurückkehren, “um bei unseren Soldaten zu sein”. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos will der Minister in den deutschen Standort in der Stadt Masar-i-Scharif fliegen.
Nahe Kundus waren deutsche Soldaten am Karfreitag in die bislang schwersten Kämpfe seit Beginn des Einsatzes verwickelt worden. Dabei wurden drei Soldaten getötet, acht weitere zum Teil schwer verletzt. Seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan im Jahr 2002 sind damit insgesamt 43 deutsche Soldaten ums Leben gekommen.
