NATO will U-Boot gegen Piraten einsetzen
Die NATO will im Kampf gegen Piraten erstmals ein U-Boot einsetzen. Die Niederlande sagten der transatlantischen Allianz das Untersee-Boot für die Mission “Ocean Shield” vor der somalischen Küste zu, wie das Verteidigungsministerium in Den Haag am Dienstag mitteilte. Das Boot soll zwischen Ende September und Ende November 2010 im Golf von Aden kreuzen. Das U-Boot sei ein “starker Mehrwert in dem riesigen Operationsgebiet”, sagte ein Sprecher des niederländischen Verteidigungsministeriums. Die zehn Monate alte NATO-Mission gegen somalische Piraten läuft noch bis mindestens Ende 2012. Eine Verlängerung ist absehbar.
Piraterie wird als Kriminalität eingestuft und aus diesem Grund ist die polizeiliche Kompetenz zuständig. Doch seit Jahren kümmern sich die Militärs mehrerer Staaten in dieser Angelegenheit. Teilerfolge lassen sich mit Statistiken (EU-Mission ATALANTA, Internationale Schifffahrtsbehörde IMO) abbilden, doch weil wie so oft heutzutage die Symptome anstatt die Ursachen von Konflikten behandelt werden, ist ein Ende dieser Militäroperationen nicht in Sicht.
Ja, sogar das Gegenteil ist der Fall. Satellitenüberwachung, Waffentechnik, moderne Kriegsschiffe – wenn diese überhaupt einsatzfähig sind – und nun auch ein Unterseeboot kommen zum Einsatz. Können und wollen die Souveräne mit Abhängigkeit von internationalen Handelswegen diesen Kurs so unbeirrt weiterfahren oder besser doch die Ursachenbeseitigung für Piraterie einleiten?
