Verrohung unausweichlich
US-Soldaten sollen Leichen geschändet haben
Ein im Internet veröffentlichtes Video, das offenbar US-Soldaten beim Urinieren auf Leichen von Aufständischen in Afghanistan zeigt, hat Wut und Empörung ausgelöst. Afghanistans Präsident Hamid Karsai verurteilte das “unmenschliche Verhalten” der Soldaten, US-Verteidigungsminister Leon Panetta nannte den Vorfall “äußerst bedauerlich”. Das US-Militär konnte die Soldaten nach eigenen Angaben identifizieren.
In dem Video sind vier Männer in US-Uniformen zu sehen, die über drei blutverschmierten Leichen urinieren. Einer sagt “Schönen Tag noch, Kumpel”, während er sich offenbar darüber im Klaren ist, gefilmt zu werden. Ähnliche erniedrigende Bilder wie etwa die berüchtigten Aufnahmen aus dem irakischen Foltergefängnis Abu Ghraib hatten in der Vergangenheit in der muslimischen Welt zu antiamerikanischen Protesten geführt.
Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus US-Militärkreisen, dass die Einheit und auch die Identität der vier Soldaten bekannt sei. Dem Nachrichtensender CNN zufolge soll es sich um Marineinfanteristen vom Stützpunkt Camp Lejeune im Bundesstaat North Carolina handeln, die zwischen Februar und Oktober 2011 vorwiegend in der afghanischen Provinz Helmand im Einsatz gewesen seien. Von den insgesamt 100.000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten gehören derzeit rund 20.000 den Marineinfanteristen an. Die meisten von ihnen sind in den Taliban-Hochburgen Kandahar im Süden und Helmand im Südwesten stationiert.
Auch wenn das Pentagon die Echtheit des Videos zunächst nicht offiziell bestätigte, bestanden kaum Zweifel an der Authentizität. Panetta erklärte, die Soldaten hätten sich “vollkommen unangemessen” verhalten und würden “voll und ganz” zur Verantwortung gezogen. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, das Verhalten der Soldaten sei “absolut unvereinbar mit amerikanischen Werten und den Standards, die wir von unserem Militärpersonal erwarten.”
Die NATO-Truppe ISAF erklärte in Kabul, es handele sich um eine “respektlose und unerklärliche Tat”. Karsai nannte die mutmaßliche Leichenschändung “eine auf das Schärfste zu verurteilende Tat”. Der afghanische Staatschef rief die US-Regierung auf, die Verantwortlichen so hart wie möglich zu bestrafen.
Die USA bemühen sich derzeit um die Aufnahme von Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den radikalislamischen Taliban. Die Taliban bezeichneten die auf den Bildern zu sehenden Taten als “barbarisch”. Sprecher Sabihullah Mudschahed sagte allerdings, dass der Vorfall die Gesprächsversuche nicht gefährden werde.
Quelle: Welt
Vorgänge, wie diese, sind keine „Raritäten“ im Krieg am HINDUKUSCH. Sie geschehen nach unseren Erfahrungen viel häufiger als wir in unseren Medien davon erfahren. Insbesondere im SÜDEN und OSTEN Afghanistans, im Verantwortungsbereich der US-Streitkräfte.
Der am 12.01.2012 gemeldete „Skandal“ wurde nur deshalb zum medialen Ereignis, weil die betreffenden US-„Elite“-Soldaten“ (fünf US-Marines, Angehörige der berühmten LEDERNACKEN) ihr schändliches Verhalten auf VIDEO aufgenommen und auf YOUTUBE ins weltweite Netz gestellt haben.
Laut WASHINGTON POST dienen mehr als 17.000 VORBESTRAFTE bei den US-MARINES; zum Teil mit Vorstrafen wegen KÖRPERVERLETZUNG, EINBRUCH, schwerem DIEBSTAHL, BRANDSTIFTUNG, SEXUELLER ÜBERGRIFFE. Das PENTAGON erklärte der WASHINGTON POST, man müsse VORBESTRAFTE einstellen, weil nicht ausreichend (nicht vorbestrafte) junge Menschen Soldat werden wollen.
Auch im Verantwortungsbereich der BUNDESWEHR in NORD-AFGHANISTAN sind zur Unterstützung unserer Soldaten mehrere hundert US-Marines im Einsatz. In den meisten deutschen Medien wird leider nicht berichtet, dass solche Exzesse durch Militärs die eh schon schwierige Arbeit ziviler Hilfsorganisationen erschweren und Gesundheit und Leben ihrer afghanischen Mitarbeiter gefährden.
Der Fall bestätigt wieder einmal, wie wichtig es ist, dass Hilfsorganisationen bei ihren Projekten jede Zusammenarbeit mit ausländischem Militär offensiv und öffentlich ablehnen. US-Soldaten dürfen generell keinen Zutritt haben, damit niemand bedroht oder gar geschädigt wird.
