Blue Flower Musik und Lebensphilosophie

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Archiv für die 'Bildungsfreiheit' Kategorie

Der Staat hat die Eltern entrechtet

Erstellt von Administrator am 20. Januar 2010

Im ganzen Land werden plötzlich misshandelte und vernachlässigte Kinder entdeckt. Der Vorwurf, der Staat habe versagt, ist wahr: Er macht die Eltern zu Arbeitsmaschinen und verwaltet die lästigen Kinder am liebsten selbst. Das ist erstens falsch und zweitens funktioniert es nicht.

Die Nachricht von dem toten Kind in Bremen scheint eine Lawine ausgelöst zu haben. Seither werden landauf, landab in Kellern, Kühlschränken und Kinderzimmern vernachlässigte und misshandelte, geschlagene und verhungerte Kinder entdeckt. Und jedes Mal steht der Schuldige fest: der Staat, vertreten durch die Polizei, das Jugendamt, die verantwortliche Behörde oder die unverantwortliche Senatorin. Sie alle, heißt es dann regelmäßig, hätten versagt.

Natürlich hat der Staat versagt. Aber doch nicht erst seit gestern oder vorgestern, und auch nicht nur durch Unterlassen. Versagt hat er, als er, im Widerspruch zu der Verfassung, auf den Gedanken kam, den Eltern ihr natürliches Recht zu bestreiten und sie von der “zuvörderst ihnen” obliegenden Pflicht zu befreien, die Kinder, die sie in die Welt gesetzt haben, auch zu versorgen und zu erziehen.

Keine Rechte ohne Pflichten, der Wahlspruch von New Labor in England, gilt auch in umgekehrter Reihenfolge. Dann heißt er: Keine Pflichten ohne Rechte. Als sich der Staat dazu erbot, den Eltern das Erziehungsgeschäft abzunehmen, hat er gegen diese Regel verstoßen – doch das ist eine Vorstellung, die bei den Staatsfrommen, die auf der Linken und der Rechten in der Mehrheit sind, schlecht ankommt.

Sie wollen die Botschaft, die sie mit ihrem lauten Ruf nach Betreuung stillschweigend verbreiten, nicht wahrhaben. Die lautet: Kinder sind lästig! Wenn sie sich denn schon nicht vermeiden lassen, sollten sie von den Eltern so schnell wie möglich in einer Krippe abgeliefert, an eine Tagesstätte weitergereicht oder in einer Ganztagsschule geparkt werden. Auf keinen Fall sich selbst drum kümmern, denn das bedeutet den Verzicht auf “Karriere”! In dieser Frage ist der West-Staat, wie wir ihn seit der Vereinigung kennen, der legitime Nachfolger der Ost-Partei: Er hat immer Recht, weiß alles besser und muss die Bürger deshalb von der ärgsten Last, der Last der Freiheit, befreien.

Alle politischen Kräfte unter Einschluss der FDP sind sich darin einig, dass das Land, um zu überleben, in ein großes Arbeitshaus verwandelt werden muss. Wenn die Leute dazu genötigt sind, ganztags und außer Hause zu arbeiten, haben sie für das, was früher die Privatsphäre ausmachte, immer weniger Zeit; die überlassen sie dann zwangsläufig dem Staat. Die Staatsvertreter sehen das mit Freude, denn damit steigt ihre Aussicht auf Machtgewinn. Und weil die Macht die Währung ist, in der sie rechnen, betrachten sie die schleichende Enteignung als Geschäft.

Gewiss vermögen die Vielen, wie es bei Aristoteles heißt, mehr als jeder Einzelne allein. Aber doch nur so lange, wie der Staat sie lässt. Das tut er aber nicht. Der Staat, vertreten durch seine Ämter und Behörden, mischt sich ein, will mitgestalten und, wie die Floskel lautet, aktivieren: Als ob in einem Land, das den bei weitem größten Teil seines kollektiven Reichtums darauf verwendet, Renten zu bezahlen, Krankheiten zu kurieren, Arbeitslosigkeit zu verwalten und Pflege zu gewähren, die Rede vom “aktivierenden” Staat nicht ein Witz wäre, den nur noch bekennende Linke ernst nehmen. Tatsächlich aktiviert ein solcher Staat zu gar nichts mehr; er lähmt, entmutigt, tötet ab.

Eine eher kläglich als üppig bemessene Grundversorgung, bestehend aus sozialen Dienstleistungen, aus Fernsehunterhaltung und Energiezufuhr, sicherstellen und zumessen, das kann der Staat und soll er auch. Aber schon bei der Bildung ist er, wie nicht erst die Pisa-Studien bewiesen haben, drastisch überfordert, bei der Erziehung erst recht. Alles, was über ein sozialistisch kalkuliertes Mittelmaß hinausreicht, ist den Behörden unzugänglich und eben deshalb auch suspekt. Exzellenz ist eine Sache, die von der Staatsmacht beschädigt oder unterdrückt, aber nicht gezüchtet werden kann. Der Staat lebt auch hier von Voraussetzungen, die er nicht garantieren, geschweige denn schaffen kann.

Erziehung, sagt Fontane, sei Innensache, “Sache des Hauses, und vieles, ja das Beste kann man nur aus der Hand der Eltern empfangen”. Doch Eltern kommen in den Programmschriften der Parteien, Gewerkschaften und Verbände nur noch ausnahmsweise vor; und wenn, dann bloß als Risikofaktoren, die so schnell wie möglich durch den Eingriff von oben an den Rand zu schieben oder zu ersetzen sind.

Das tote Kind aus Bremen hat gezeigt, dass, wie und mit was für Folgen Eltern versagen können. Dass, wie und mit was für Folgen der Staat versagt, hat der Fall aber auch gezeigt. Schließlich war es der Staat, der die Existenz von Kindern zum Merkmal einer neuen Unterschicht gemacht und Millionen von ihnen in die Armut getrieben hat. In Deutschland nennt man das sozial.

Von Konrad Adam 20. Oktober 2006

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Plädoyer für mehr Bildungsfreiheit

Erstellt von Administrator am 18. Januar 2010

Wo bleibt die Freude am Lernen ?

Wenn die Wirtschaft Flexibilität und lebenslanges Lernen fordert, ist es
richtig, diese Forderungen zurückzuweisen. Jedoch nicht, weil diese
Ideale falsch wären, sondern weil sie mit dem Anspruch verbunden sind,
dass alle Lebensbereiche wirtschaftlichen Interessen und Erwägungen zu
unterwerfen sind. Im Prinzip ist es eine Drohung und vorweggenommene
Schuldzuweisung: Wenn du deinen Arbeitsplatz oder deine soziale Stellung
verlierst, bist du selbst schuld, weil du nicht flexibel und lernwillig
genug bist.

Doch die Bereitschaft, sich mit ungewohnten Situationen und
Anforderungen auseinanderzusetzen und sich darauf einzustellen, hat
nicht nur für die Wirtschaft ihren Wert, sondern für das Leben und
Überleben allgemein. Sie kann sogar dazu beitragen, sich von der
Wirtschaft unabhängiger zu machen, sich ihren Zwängen zu entziehen und
die Überlebenschancen zu verbessern, falls sie zusammenbrechen sollte.

Bei kleinen Kindern gibt es keinen Mangel an Flexibilität und
Lernbereitschaft. Für sie ist Lernen noch Lust und pure Lebensfreude.
Sie lernen u.a. krabbeln, gehen, laufen und sprechen, ohne dass jemand
ihnen das beibringen könnte. Das Lernen und die Freude daran ist den
Menschen also angeboren. Wenn es nun bei den meisten Erwachsenen einen
Mangel daran gibt, stellt sich die Frage, wo denn die Lernfreude
geblieben ist, wo und wie sie auf dem Weg vom Kleinkind zum Erwachsenen
verlorengegangen ist. Und ob es eine Chance gibt, sie wiederzufinden.

Das erste Lernen von Säuglingen und Kleinkindern erfolgt größtenteils
selbstbestimmt, aus eigenem angeborenen Antrieb. Dieses Glück verdanken
sie oft ihrer noch eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit. Noch kann
ihnen keiner sagen, was sie lernen MÜSSEN, wie unfähig sie sind, und was
alles falsch ist an dem, was sie machen. Mißerfolge sind noch keine
Fehler, für die man sich schämen muss. Sie sind lediglich Gründe, es
anders zu versuchen. Und so wird probiert und probiert, bis es
funktioniert. Der Erfolg ist dann ungeteilt ein eigener, kein Erzieher
kann ihn als Folge seiner Ratschläge und Eingriffe beanspruchen.

Manche Menschen können sich diese Art zu lernen für ihr ganzes Leben
bewahren. Wenn sie sich für irgendetwas interessieren, beschäftigen sie
sich solange damit, bis sie es können. Man nennt sie Autodidakten, also
Selbstbeibringer, und schon diese spezielle Bezeichnung macht klar, dass
es nicht als normal angesehen wird. Es ist so, als würde man Menschen,
die zum Essen keine fremde Hilfe brauchen, Selbstfütterer nennen.

Als normal wird angesehen, dass es zum Lernen Lehrer oder Erzieher
braucht, die mit Druck oder Anreizen zum Lernen motivieren, die
Lernziele bestimmen oder vermitteln und den Lernprozeß lenken.
Vermutlich trägt der Mangel der Erwachsenen an eigener Lernmotivation zu
dieser Vorstellung bei. Später, wenn den meisten Schülern die Lust am
Lernen vergangen ist, wird dies auch noch als Bestätigung dafür gesehen,
dass Kinder ohne Druck von außen nichts lernen würden. Da es aufgrund
der Schulpflicht nur wenige Menschen gibt, die das Glück hatten, ihr
Lernen selbstbestimmt gestalten zu dürfen, gibt es auch nur wenige
Beispiele dafür, dass die Freude am Lernen selbstverständlich sein
könnte und zwar unabhängig vom Alter.

Zwischen Anpassung und Rebellion

Mit dem Erwerb der Sprache ist das Kleinkind weit stärker als vorher mit
der umgebenden Kultur verbunden. Einerseits kann es dadurch seine
Lernmöglichkeiten enorm erweitern. Es kann Fragen stellen, sich
Erklärungen anhören und mehr und mehr auch Gespräche verstehen, die
zwischen anderen stattfinden. Andererseits ist es weit mehr als vorher
Einflüssen und Zugriffen auf seine Seele ausgesetzt, die sein
Lernverhalten empfindlich stören können. Zwar kann es schon vorher
schlecht behandelt und dadurch geschädigt werden, doch erst mit dem
Antworten-können kann es dafür wirklich verantwortlich gemacht werden.

Damit sind die Türen offen für Fremdbestimmung und Erziehung, für das
Bedürfnis der Erwachsenen, Kinder nach ihren eigenen und
gesellschaftlichen Vorstellungen zu formen, sich und die Gesellschaft in
ihnen zu reproduzieren. Es wird gelobt und getadelt, versprochen und
gedroht, zurechtgewiesen, kontrolliert, beschämt und gedemütigt, um das
Verhalten der Kinder dem Idealbild anzunähern. Das kann die Kinder in
schwere innere Konflikte mit ihrer Eigenmotivation bringen. Die Aufgabe
ist nicht mehr allein, sich selbst und die Welt kennenzulernen und sich
damit auf die Welt einzustellen. Sie werden mit Forderungen
konfrontiert, die nur erfüllbar sind, wenn sie sich gegen sich selbst
wenden, gegen die eigene Natur, die sie bis dorthin gebracht hat. Das
Schlimmste daran ist, dass diese Forderungen noch ausgerechnet von den
Menschen kommen, von deren Unterstützung und Zuwendung sie abhängig sind.

Je nach Härte des Konflikts und der Vorerfahrungen der Kinder
entscheiden sie sich ganz unterschiedlich. Viele wählen den Weg, den der
Psychoanalytiker Arno Gruen als “Der Verrat am Selbst” beschreibt. Er
beruht auf einem psychischen Mechanismus, der “Identifikation mit dem
Aggressor” genannt wird. Aus Angst vor der Macht der Eltern und der
Gesellschaft geben sie ihr Selbst auf und suchen sich eine neue
Identität als Teil dieser Macht. Sie werden brav und gehorsam und
versuchen zu lernen, was von ihnen verlangt wird.

Doch dieses Lernen unterscheidet sich grundsätzlich vom ursprünglichen
selbstbestimmten Lernen. Die Verbindung zum unterdrückten Selbst ist
reduziert bis unterbrochen und so fehlt zweierlei. Erstens das Interesse
( das Gefühl dafür, was sich zu lernen lohnt) und zweitens die Freude
(das Gefühl, mit dem, was man tut, auf dem richtigen Weg zu sein ).
Nicht mehr die Freude bestimmt das Leben, sondern ihr Gegenteil, die
Angst. Denn die Angst vor der Macht wird durch den Verrat am Selbst zwar
besänftigt, doch sie verschwindet nicht, bestenfalls bleibt sie im
Hintergrund. Es geht nicht mehr um die Freude am Erweitern der
Fähigkeiten, sondern nur noch um das Vermeiden von angstauslösenden
Situationen.

Andere Kinder entscheiden sich für Rebellion, für Kampf und Widerstand
gegen Erziehung und Gesellschaft. Damit erhalten sie sich zwar die
Verbindung zu ihrem Selbst und prinzipiell auch zu ihrer Lebensfreude,
doch kommen sie selten dazu, sie zu genießen, da sie sich fast ständig
im Kampf befinden. Es fällt ihnen leicht, außergewöhnliches oder von
Eltern und Gesellschaft unerwünschtes zu lernen. Doch sind sie oft
blockiert, das zu lernen, was von ihnen verlangt oder erwartet wird, da
sie Anpassung oder Gehorsam als Verrat empfinden.

Ein weiterer Weg, auf den Konflikt zwischen Selbst und Forderungen von
Außen zu reagieren, ist der ständige Wechsel zwischen Anpassung und
Rebellion. Im Alltag regiert die Disziplin, doch nach Feierabend, zum
Wochenende oder einmal im Quartal wird dann ‘die Sau rausgelassen’, das
unterdrückte, zu kurz gekommene Selbst, das sich dann oft – von der
Vernunft getrennt – als Sucht darstellt. Die Lernproblematik dabei ist
eine Kombination des angepassten, interesse- und freudlosen Lernens im
Alltag und des rebellischen Lernens in der Suchtphase.

Wie Ekkehard von Braunmühl in seinem Buch “Zur Vernunft kommen”
klarstellt, liegen die größten Behinderungen und Beschränkungen der
Vernunft im psychischen Bereich. Die Seele hat die Macht, Gedanken zu
blockieren oder zu fördern. Er zieht daraus die Konsequenz, dass mit den
Seelen schonend umzugehen ist, sowohl mit der eigenen als auch mit denen
der Mitmenschen, also auch der Kinder.

Wissenslager und Lernfabriken

Doch es gibt auch Lernprobleme, die mehr kognitiver Art sind, die auch
dann auftreten können, wenn Eltern mit der Seele ihrer Kinder schonend
umgehen und die oben genannten Konflikte vermeiden. Zum Beispiel der
Lernstau durch zuviele Lernanreize. Gerade wenn Eltern von den
Lernerfolgen ihrer Sprößlinge überrascht sind, glauben sie oft, sie
müßten die Chance nutzen und ihnen noch viel mehr zum Lernen anbieten.
Der falsche Spruch “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr”
verleitet sie dazu. Doch ein Zuviel an zu Lernendem hat denselben Effekt
wie Ware in den Gängen eines Warenlagers, es ist ständig im Weg.

Bei einem Bewußtsein ist es wie bei einem Warenlager garnicht so
entscheidend, wieviel drin ist, sondern ob und wie schnell das zu finden
ist, was gebraucht wird. Ebenso ist von Bedeutung, wie leicht und
schnell neue Erkenntnisse und neues Wissen eingeordnet werden können.
Lernen ist also nicht nur das Ansammeln von Wissen, sondern auch die
Suche nach einer optimalen Organisation dieses Wissens. Die erfordert
aber immer wieder Umstrukturierungen, die bei ständigem Leistungsdruck
garnicht möglich sind. Bei selbstbestimmt Lernenden sind das die
scheinbar unproduktiven Phasen, die sich mit lernintensiven Phasen
abwechseln.

Kommen wir zur Schule, dem Ort, an dem angeblich das eigentliche Lernen
stattfindet, der Institution, die genau diesem Zweck gewidmet ist.
Nichts gegen Lernorte, wo sich Menschen jeden Alters zum Lernen treffen
können. Doch die bestehende Schule mit Anwesenheitspflicht, Lehrplänen,
Klassensystem und Benotung ist eher zum Abgewöhnen des Lernens geeignet.
Alle oben aufgeführten Behinderungen des Lernens und der Freude daran
sind auch hier zu finden. Doch sie ist ein Mythos, ein bürgerliches
Heiligtum, aufgeladen mit Werten und Bedeutung, zwar selten geliebt,
aber doch als unantastbar und unverzichtbar gesehen.

Für die meisten Erwachsenen ist es eine demütigende Vorstellung, noch
einmal “die Schulbank drücken zu müssen”. Doch die Konsequenz, Schule
und Schulpflicht gründlich zu überdenken und zu ändern, wird daraus
leider äußerst selten gezogen. Obwohl das Leiden an ihr, ihr Stress und
ihre Langeweile bekannt sind, wird ihre Notwendigkeit eher vehement
verteidigt. Eine Erklärung dafür wäre, dass die Erfahrung des Erlittenen
besser mit der Vorstellung zu ertragen ist, dass es ohne dies garnicht
geht. So wird dem Leiden lieber nachträglich ein Sinn gegeben. Möglich
auch, daß es eine Angst vor einer veränderten Gesellschaft ist, zu der
die vollzogene Anpassung nicht mehr passt.

Dazu kommt, das Erwachsene oft die Verbindung zu Kindern und zu ihrer
eigenen Kindheit verlieren. Etwa zeitgleich mit dem Ende der
Schulpflicht erreichen sie den Erwachsenenstatus und möchten damit die
Vergangenheit vergessen und verdrängen. Nun gehören sie nicht mehr zu
denen, die lernen müssen, sondern zu den fertigen Menschen, die alles
wichtige schon wissen. Diese Distanzierung verstärkt natürlich eine
lernfeindliche Haltung und ermöglicht ihnen, die schulischen Zwänge, die
sie für sich selbst als unzumutbar sehen, bei Kindern für richtig zu
halten.

Die Freude am Lernen wiederfinden ?

Es ist relativ einfach, etwas für die Kinder zu tun, damit sie die
Freude am Lernen nicht verlieren. Vor allem akzeptieren, dass es ihr
Lernen ist. Manchmal können wir es unterstützen, aber fast immer können
wir vermeiden, es zu stören. Wir sollten sie nicht (r)unterrichten, doch
manchmal können wir sie etwas aufrichten.

Nicht immer einfach ist es dagegen für uns Erwachsene, die Lernfreude
wiederzufinden. Es gibt einen Weg, der für jeden anders ist, aber je
nach Lebensgeschichte kann er lang und beschwerlich sein. Er fängt damit
an, nichts mehr zu geben auf das Erwachsensein und Kontakt aufzunehmen
mit dem Kind, das noch in dir steckt. Deinen weiteren Weg wird es dir
zeigen.

Jobst Quis

Quelle: Zeitpunkt.ch Nummer 105 “Die angeborene Lust am Unbekannten”

Weitere Literatur:
1.Arno Gruen – Der Verrat am Selbst – dtv ISBN 3-423-08581-9
2.Ekkehard von Braunmühl – Zur Vernunft kommen – Beltz ISBN 3-407-34036-2

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