Wahlpanne(n) in Köln am 30.08.2009
Erstellt von Administrator am 6. September 2009
Habe vor einigen Tagen ein Gespräch über Stimmenkauf per Wahlbenachrichtigung, bzw. Stimmenkauf per Briefwahl mitbekommen, insbesondere aus unternehmerischer Perspektive. Erfüllt wohl keinen Straftatbestand sondern verstößt nur gegen die Sitten, somit zulässig. Ich kann mir vorstellen, angesichts der Arbeitslosenzahlen, dass jemand sofort ein Unternehmen gründet, welches Briefwahl-Stimmen kauft und an den Meistbietenden (z.Bsp. eine zahlungskräftige Parteien) weiter verkauft.
Lässt sich sicher ein guter EURO mit machen, wenn die Wahlen knapp werden, zumal das Positive daran wäre, dass die allgemeine Wahlbeteiligung kräftig ansteigen und somit die politische Apathie von Seiten der Medien kein Thema mehr wäre.
Die Erfahrung lehrt, dass die geschaffenen Fakten zählen und nicht die theoretisch moralischen Überlegungen und Skrupel.
Wenn Parteien Stimmen kaufen, also die Gelder, welche sie in Plakate & Wahlwerbung stecken würden, einfach in Wahlscheine investieren, könnten sie ihr Wahlergebnis direkt begünstigen. Insbesondere in den Zeiten immens hoher Nichtwähleranteile scheint dies wahrscheinlicher denn je.
Hier einige zusammengestellte Fakten (Mails vom 02.09.2009) von Wahlhelfern:
Jemand habe am Sonntag, 30.08.2009 bei den Kommunalwahlen in NRW als Schriftführerin bei der Wahl geholfen und war sehr erschrocken über die lässige Art, wie es dort zuging.
Als die Wahlhelferin alles ins Wählerverzeichnis eingetragen hatte, tauchten plötzlich noch Stimmzettel auf.
Die musste sie dann nachtragen. Ein totales Chaos!
Bei der Übermittlung der Ergebnisse, war es am anderen Ende der Telefonleitung so laut, dass sie die Ergebnisse mehrmals wiederholen musste, da es bei der Dame im Callcenter so laut war, dass diese kaum etwas verstehen konnte.
Des Weiteren hatte der Wahlvorstand überhaupt keinen Plan, welche Stimmzettel für gültig erklärt werden müssen und welche nicht.
Und es sollte alles schnell gehen, damit der Wahlvorstand “früh raus konnte”. Die Schriftführerin habe dann interveniert und damit gedroht beim Wahlamt anzurufen.
Es sind wohl auch vor der Wahl, Wahlbenachrichtigungen verkauft worden.
Auch das ist ein großes Drama in einer Demokratie.
Wie kann das sein, dass man nur mit einer Wahlbenachrichtgung zur Wahl zugelassen wird?
In einem Land, in welchem man üblicherweise für jede Kleinigkeit einen Ausweis vorzeigen muss.
Man muss sich nur die Ausmaße vorstellen, wenn der Verkauf von Wahlbenachrichtigungen zunimmt. Jeder kann damit ohne kontrolliert zu werden, wählen gehen.
Nur auf das Geschlecht muss geachtet werden, weil der Name draufsteht.
Aber was ist mit Unisexnamen wie Sandy, Coco u.s.w.?
Solch eine Wahl ist ein Affront!!
Der Zuständige vom Wahlamt geht bei der “Schulung” für Wahlhelfer im Regelfall auf dieses Thema ein.
So sollen mangels gesetzlicher Vorlage die Wahlhelfer in ihrem Wahllokal vor Öffnung des Selbigen einen Beschluss fällen, ob sie einen Personalausweis verlangen oder nicht. Diese Regelung ist dann strikt einzuhalten!
Wir können das also durchaus selbst mit beeinflussen und uns als Wahlhelfer melden und dann in unserem Team darauf bestehen.
Risiko!!! – Leute die man weg schickt, weil sie keinen Ausweis dabei haben, kommen wahrscheinlich nicht wieder. Oder gehören der entsprechenden zu wählenden Partei an, so dass sie den Weg zweimal machen.
Eine tatsächliche rechtliche Änderung müsste auf Bundesebene erfolgen.
Eine Schulungsteilnehmerin berichtet, dass der Zuständige vom Wahlamt ausdrücklich betont hat, dass man mit der Wahlbenachrichtigung keinen Personalausweis vorzeigen muss. Lediglich Leute mit Wahlschein (Vollmacht), also Briefwahl sollten ihren Ausweis zeigen.
Übrigens kamen 90% mit Wahlbenachrichtigung.
Wenn davon nur jeder 2. seinen Ausweis nicht mit gehabt hätte, was ja wahrscheinlich ist, weil man es nicht braucht, wäre die Wahlbeteiligung ziemlich niedrig ausgefallen.
Das Problem wird erst dann teilweise verschwinden, wenn eine Ausweisvorlage zur Pflicht wird. Sowie es in anderen Ländern, Italien etc. ebenfalls der Fall ist. Die Briefwahlmanipulation wäre weiterhin möglich.
Die Kommunalwahl wird von einigen Wahlhelfern für “diskussionswürdig” gehalten.
Ein interessanter Artikel der “Kölnischen Rundschau” zum überraschenden Wahlergebnis von “Pro Köln” beschreibt:
[...]
Erschreckendes Wahlergebnis: Die rechtsextreme Kölner Partei “Bürgerbewegung pro Köln” hat es überraschend in alle neun Bezirksvertretungen geschafft.
Politologen spekulieren nun über Fehler bei der Stimmenauszählung.
[...]
Ich verlange ja nun nicht sofort Neuwahlen, aber vielleicht wäre es in der Tat richtig, die Stimmen noch einmal neu auszuzählen.
Ein kleiner Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers zeigt:
Köln – Wahlpanne in Köln: Die Stadtverwaltung hat am Dienstag das Ergebnis der Kommunalwahl für den Nobel-Vorort Hahnwald berichtigen müssen. Wie sich bei einer Kontrolle herausgesellt hat, war bei der Auswertung der Briefwahlstimmen ein Fehler passiert. Davon hatte vor allem die rechtsextreme “Bürgerbewegung Pro Köln” profitiert. Das bestätigte Stadtdirektor Guido Kahlen dem “Kölner Stadt-Anzeigers”.
Ich würde schon gerne wissen wollen, ob in anderen Bezirken Kölns die Stimmenauszählung korrekt erfolgt ist oder nicht.
Was in Köln schon nachweislich fehlerhaft kann in Afghanistan am 20.08.2009 unmöglich sauberer abgelaufen sein.
Die Bundestagswahl am 27.09.2009 wird jetzt wohl von unabhängigen Wahlbeobachtern einer internationalen Kommission begleitet und kontrolliert werden müssen.
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